Das Umfrageergebnis ist ja mittlerweile ziemlich eindeutig... Auch alle Juristen, mit denen ich bisher gesprochen habe, sehen das so: ein haarsträubendes Urteil. Zitat des RA bei dem ich gerade arbeite, seine These: "Die Richterin war wohl zuvor in Mutterschaftsurlaub - drei Jahre kein Jura und dann der brodelnden, Bild-gebildeten Volksseele zuliebe ohne ausreichende Beweise ein Exempel statuieren. Klar, im rechten Arm das Baby schaukeln und links die NJW halten..." Hoffentlich hat das Rechtsmittel erfolg. Einem Mann das Leben zu ruinieren, wenn die eigene Schuld völlig ungeklärt ist und darüber hinaus eine u.U. erhebliche Mitschuld der (mal praxisnah betrachtet: völlig überforderten) Verunglückten so auf der Hand liegt, ist rechtsstaatlich sehr bedenklich. Bevor man über mich als kalten, gefühllosen sich-solidarisierenden Raser herfeällt: Natürlich ist das schlimm, große Trauer um die Verunglückten - aber in einen Rechtsstaat kann man zumindest von einer Richterin erwarten, dass sie sich von solchen Überlegungen, Mitgefühl und Vorurteilen nicht leiten lässt.