Entscheidungsprozesse sind ein sehr komplexes Thema. Die Grünen waren früher sehr für Volksentscheide, haben aber lernen müssen, dass diese auch nach hinten los gehen können, sprich dass das Volk sich für etwas anderes entscheidet, als sich die grüne Seele dachte. Entscheidungsprozesse laufen auf zwei Ebenen ab: Einmal gibts die Ideengeber, die etwas ins Rollen bringen wollen, die eine Vision haben, diese versuchen Entscheidungsträger aus Politik und Wirtschaft für ihre Vision zu begeistern, die dann wiederum in ihren Gremien für Zustimmung werben. Dann gibts die Betroffenen von den Visionen, die evtl gar nicht begeistert sind, und dann zu poltischem Widerstand aufrufen. Eine Landesregierung steht nun im Zwiespalt einmal die Poltik für Betroffene machen zu wollen, und zum anderen auch Visionen für die Zukunft zuzulassen, denn heute heisst technologischer Stillstand einen Rückschritt und mehr Arbeitslosigkeit in der Zukunft. Die Regierung hat (oder vielleicht eher sollte?) das Wohl der gesamten Bevölkerung im Auge haben und nicht einzelner Bevölkerungsgruppen. Betroffene sind nun mal einzelne Bevölkerungsgruppen, und diese haben natürlich nur ihr eigenes Wohl im Auge. Insofern ist es nicht verwunderlich, wenn Anwohner von Flughäfen, atomaren Endlagerstätten, Autobahnen, Windparks, etc pp auf die Barrikaden gehen. Demokratie heisst nun anhören der Einwände der Betroffenen oder sonstiger Bedenkenträger und Abwägung der verschiedenen Interessen der Beteiligten. Wenn aber immer nur etwas realisiert werden kann, bei dem kein, ich wiederhole, kein Bürger einen Einwand hat, dann können wir gleich das Licht ausmachen, weil dann alles und jedes Projekt boykottiert wird und der Fortschritt gleich Null wäre.