Hallo, Blaulicht, warum soll es falsch sein, bei einem Widerstand, bei dem jemand verletzt wurde, eine unabhängige Ermittlung durchzuführen? Es wird ja nicht gleich ein Strafverfahren eingeleitet, sondern lediglich ermittelt, ob die Maßnahme des Polizeibeamten rechtmäßig war oder nicht und dagegen ist nichts zu sagen, im Gegenteil. Es gibt Polizeireviere in Brennpunktgebieten, in denen selbst der ruhigste und besonnenste Beamte es nicht vermeiden kann, ab und an in eine Widerstandshandlung verwickelt zu werden, bei der jemand verletzt wird. Gerade, weil solche Reviere und deren Beamten schnell in den Ruf geraten können, dass sie unverhältnismäßig durchgreifen, macht es Sinn, solche Vorfälle zu überprüfen, um zu belegen, ob die Maßnahme berechtigt war. Diese Überprüfung dient ja nicht zur zur Be - sondern auch zur Entlastung der jeweiligen Beamten. Es ist vergleichbar mit der Aufnahme eines Unfalls, bei der jemand schwer verletzt oder gar getötet wurde: Hier biete ich dem Verursacher grundsätzlich einen Alkoholtest an und führe auch Tests auf BTM - Konsum durch, nicht nur, um nachzuweisen, dass er etwas genommen hat, sondern auch, um nachzuweisen, dass er nichts genommen hat. Für den Verursacher kann dies bei den nachfolgenden Ermittlungen bzw. beim Strafbefehl einiges ausmachen, wenn in der Akte steht, dass diese Tests durchgeführt wurden und eindeutig negativ verlaufen sind. Genauso ist es mit diesen Ermittlungen nach einem Widerstand: Nehmen wir mal an, ein Beamter hat mehrere dieser Vorfälle innerhalb kürzester Zeit. Ohne diese Ermittlungen hat er keinen Nachweis, dass er rechtmäßig gehandelt hat und irgendwann heißt es dann, dass er vielleicht doch unverhältnismäßig durchgreift, wenn es mal ernst wird. Kann er aber aufgrund dieser Überprüfung nachweisen, dass er bei jeder Widerstandshandlung selber angegriffen wurde und dass er nachweislich rechtmäßig gehandelt hat, kann er solchen Vorwürfen beruhigt entgegen treten. Es macht zugegebenermaßen sicher ein wenig mehr Arbeit für den einzelnen Beamten, wenn er so einer Kommission ausgesetzt ist, aber wenn er sich nichts zu Schulden kommen lassen hat, hat er nichts zu befürchten und kann im Grunde genommen nur davon profitieren. Unter Umständen führt es auch dazu, dass manche Kollegen dazu übergehen, doch erst einmal etwas Zeit in die verbale Kommunikation mit dem Gegenüber zu investieren, anstatt ihre Maßnahmen gleich mit unmittelbarem Zwang durchzusetzen. Hier ist in erster Linie mal die Blutentnahme zu nennen: Es gibt immer wieder Probanden, die nicht zulassen wollen, dass ihnen Blut abgenommen wird. Was ist besser? 15 oder 20 Minuten Zeit investieren, um diesen verbal zu überzeugen, oder unmittelbaren Zwang anzuwenden, mit all den unangenehmen Folgen für den Beschuldigten sowie für die Beamten und dann auch noch diverse Berichte wegen diesem Vorfall schreiben zu müssen? Unbestritten: Es gibt immer wieder Fälle, in denen alles Reden nicht hilft, aber sehr viele Widerstandshandlungen, gerade in diesem Bereich, lassen sich durch Kommunikation verhindern und dann hat man auch keine Probleme mit dieser Kommission. Viele Grüße, Nachteule