Die beiden Dinge kann man aber nicht in der Wertigkeit gleichsetzen. Die Beschneidung macht aus einem menschlichen Männchen überhaupt erst einen Juden der im Bund mit Gott leben kann. Die zehn Gebote sind schon per Definition des Menschen gar nichteinzuhalten, weil sie die Sündenfreiheit erforderten. Nur Gott höchstselbst aber ist frei von Sünde. Ich glaube in allen Religionen gibt es Situationen, in denen ein Nichtbefolgen der Gebote nicht als Sünde angesehen wird oder wenigstens als Sünde, die begangen werden muss. Ein weiterer Unterschied ist schon die Art der Regeln. Gegen die Gebote zu verstoßen zeitigt nicht automatisch eine Sanktion. (auch bei den Christen nicht - ein Sünder kann sehr wohl das ewige Leben erlangen) Nicht der jeweiligen Religion anzugehören verwirkt diese Möglichkeit aber von vornherein. Die fehlende Taufe, die fehlende Beschneidung macht das Leben, bzw. den Abschnitt, den man hier auf Erden verbringen muss, praktisch sinnlos für einen gläubigen Menschen. Du hast das Problem erkannt. Aber auch Du kannst es nicht lösen. :-) Fänd' ich auch besser. Aber ich bin ja auch nicht betroffen. Meine Eltern haben das mit dem Wasserübernkopp Zauber bei mir machen lassen. Meine Rettung liegt nur noch an mir. Als Judenbub, wäre ich aber vielleicht sauer, wenn ich so mit 14-16 die Versäumnisse meiner Eltern nachholen müsste bzw. erst ab da ein Arzt das ohne strafrechtliche Bedrohung durchführen dürfte. Eltern sind vielleicht nicht nur für die körperliche Unversehrtheit des Filius verantwortlich sondern auch für sein Seelenheil in der Ewigkeit. Dass sie das können ist vielleicht auch durh den Staat sicherzustellen. Wozu werden Menschen dann feierlich beerdigt und die Gräber viele Jahre geschmückt und gepflegt? Praktisch sinnfrei. Aber letztlich war der Beginn des Totenkults auch der Beginn der Auseinanderstzung des Menschen mit seiner Sterblichkeit. Das ist der Ursprung für Religion, wenn man es rein wissenschaftlich angeht. Selbst Heiden die Stein und Bein schwören, dass da nix mehr kommt, suchen heute noch bei solchen Angelegenheiten Trost in Anlehnungen an religiöse Riten. Das ist nachwievor Ausdruck des menschlichen Unverständnisses der Welt an sich. Wenn man sich mit der ganzen Sache abgefunden hätte, würde man mit den ehemaligen Lebewesen, das machen, was man eben mit unnützem Zeug macht. Kümmert sich die BSR drum.Macht aber keiner. Entgegen der Behauptung, dass das Leben nur von Geburt bis Tod dauert. Gräber sind für die Lebenden, weil sie mit dem Tod nicht klarkommen. Sie dienen eben nicht nur dem ehrenden Gedenken - das ginge auch praktischer, billiger und platzsparender. Was Glaube ist, ob ein "nur" oder ein irgendwas anderes? Ich weiß es nicht. Und Du auch nicht. Niemand. Und auch nicht, was in seinem Namen getan werden darf. Aber wir haben Gesellschaftsnormen entwickelt, die geweissen Riten entgegenstehen. Das muss kollidieren. Beim Indieluftsprengen von Nichtmoslems sind sich - bis auf wenige - aber alle einig, dass es eine blöde Idee ist. Aber auch nur weil die Glaubenswelt des Indieluftsprengers uns albern und unverständlich erscheint. Machen da einen ~ismus draus und sind dagegen. Aber was wenn die Recht haben? Die Idee kommt uns vielleicht gar nicht, weil unser Glaubenshorizont soweit nicht reicht. Und ja, auch Nichtgläubigkeit ist nichts als ein Glaube, für und über den sich Menschen mit anderen streiten.