Einige lustige Debatte ist das geworden. Da hocken die Herren von der Polente über ihren Tastaturen und sehen sich einem - zugebenermaßen sehr theoretischen - Fall gegenüber, bei dem sie mal jemand gegenüberstehen, der seinerseits die Regeln vorgibt. Das muss furchtbar sein, wenn man nicht überall allmächtig ist. Und tatsächlich haben all die Polizeigesetze und Stafprozessordnungen nur wenig damit zu tun, was der Torposten oder der Wachhabende tun werden. Das haben Hayabusa, PedroK und Biber ja schon ausfürhrlich geschrieben. Der Vergatterte wird sich nur an die Anweisungen halten, die er für die Wachschicht erhalten hat. Darin enthalten möglicherweise auch eine Zutrittsgewährung nur nach Preisgabe der Identität. "Polizist sein" wird da ganz sicher nicht aufgeführt sein. Also wird auch ein Polizist auf die ultimative Fage nach seiner Identität entweder diese angeben oder abziehen müssen. Im Normalfall wird natürlich mit dem Dienstausweis Zugang gewährt werden, wenn Ihr in Uniform und mit dem Streifenwagen daherkommt. Und normalerweise wären den örtlichen Diensstellen Lagen mit erhöhter Sicherheitsstufe bekannt. Und normalerweise kann man sein Ankommen und den Grund dessen der Kaserne ankündigen und dies wird der Wache gepetzt, sodass eine problemlose Einfahrt erfolgen kann. Wenn aber ein Cop meint, er könne mit seinem Dienstausweis wie mit einer Eintrittskarte winken wird er im blödesten Fall vor dem Tor stehenbleiben. Interessant in dem Zusamenhang ist die Frage, die weiter oben gestellt wurde und mehr oder weniger weggewischt wurde. Nämlich die nach dem "Was wenn nicht Einlass gewährt wird." Denn was passiert mit einem der sich Eurem rechtmäßigen Begehr nicht fügt? Türen wieder zumachen will z.B.? Er wird bemaßnahmt. Ist das vor einer Kaserne auch vorstellbar? Fuß in die Tür oder unmittelbarer Zwang genen die Wachsoldaten? Nein? Huch. Warum wohl nicht? Die Beantwortung dieser Frage gibt darüber Aufschluss, dass am Kasernentor auch ein Polizist erstmal nichts weiter ist als ein Nichtsoldat. Und Nichtsoldaten haben kein grundsätzliches Recht, eine Kaserne zu betreten - dass da Soldaten mit teilweise fertigeladenen Waffen stehen, sollte Hinweis darauf sein. Auch die Schilder mit dem Schusswaffengebrauch. Sein Begehr kann man darlegen. Auch sein dienstliches. Aber je nach Lage und Anweisung ist es nur die Wachmannschaft, die sagt wo es lang geht und niemand anderes. Wie o.a. kann es sinnig sein, derselben eine Anweisung über ihre Vorgesetzten geben zu lassen. Entgegen der Vorschriften wird sich kein Wachsoldat verhalten, wenn er klug ist, Wachvergehen sind beileibe kein Klaks sondern werden scharf verfolgt. Jedem Soldaten wird in der Wachhausbildung klargemacht, dass er während seiner Wachschichten mit einem Bein im Kittchen steht. Es mag für die Polizei ein berechtigtes Interesse geben, dann und wann eine Kaserne zu betreten. Das Anliegen ist aber bei Wachsoldaten vollständig an der falschen Adresse. Da stehen Mannschaftsdienstgrade und UO ohne "Portemonaie". Die haben nix zu sagen sondern zu tun - und zwar das was ihnen angewiesen wurde. Auch Cops gegenüber. Wer sich nicht deren Forderungen gemäß zu erkennen gibt, bleibt draußen. Fertig. Das ist für Polizisten natürlich ungewohnt, mal nicht das Sagen zu haben, aber so ist das nunmal. Man kann halt nicht überall der Boss sein. Traurig nur, dass Ihr es mit aller Gewalt dennoch sein wollt.