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Ampel rot und Gefärdung des Straßenverkehrs - was erwartet mich ????

Radarfalle.de Forum: Rotlichtverstoß: Ampel rot und Gefärdung des Straßenverkehrs - was erwartet mich ????
By Dumbojeter (53.122.34.116) on Montag, den 20. Januar, 2003 - 06:54:

Hallo,

ich bin heute um 5:50Uhr auf einer zweispurigen Straße (innerorts) über eine rote Ampel gefahren. Dies wurde von zwei Beamten, die in einem Polizeiauto saßen gesehen. Die Beamten standen zum einbiegen auf 'meine' zweispurige Straße und hatten nach ihren Angaben grün als ich über die Kreuzung fuhr und ich mindestens über eine Sekunde rot. Weiterhin sagten sie, wenn sie nicht gewartet hätten wäre es zu einem Zusammenstoß gekommen.
Als Strafe drohten wenn sie eine Zeitmessung gemacht hätten ein 4 monatiges Fahrverbot an.

Folge: Anzeige wegen Rotlichtverstosses und eine Ladung aufs Revier in den nächsten Tagen.

Mein Einschätzung:
-Beamte hatten keine sicht auf 'mein' Ampelsignal
-mit dem Rotlichtverstoß haben sie Recht, aber keine 'Beweise'
-Über die Gefährdung kann ich keine Aussage treffen, da ich ebenso wenig das Ampelsiganl der Polizisten sehen konnte, wie die beiden Beamten meines.

Was erwartet mich ???
Was soll ich auf dem Revier aussagen ????
Ist ein Anwalt sinnvoll ?????
Bringt es etwas mich einsichtig zu zeigen ????


Bin für jeden Tipp dankbar

By Siegfried Zynzek (145.254.146.162) on Montag, den 20. Januar, 2003 - 20:48:

Hallo,

es hat sich offentsichtlich um eine gezielte Überwachung gehandelt.

Da dürften Deine Chancen schlecht sein, herauszukommen. Insbesondere auch, weil eine Fahrerfeststellung an Ort und Stelle gemacht wurde.
Somit haut die Methode "mein Kumpel ist gefahren" nicht mehr hin.

Beweise? Also ich denke, zwei Beamte sind Beweis genug!!!

ciao
Siggi
http://www.zynzek.de

By Grobi (217.227.194.182) on Montag, den 20. Januar, 2003 - 22:14:

@SZ Was schreibst du denn da?? Wenn es eine gezielte Überwachung wäre, würden die Beamten Dumbojeters Ampel im Auge behalten, am Besten noch mit der Stopuhr die Rotphase messen.

Sie wollten aber lediglich zufällig abbiegen.

Von daher glaube ich, daß man nur einen "einfachen" Rotlichtverstoß vorwerfen wird, es sei denn es wird noch eine Gefährdung daraus.

Selbst dann aber max. 125€ + 4Pkt +1 Monat FV!

Einen FE-Entzug (bei 4 Monaten) wg. § 315 halte ich für unmöglich.

Grobi

By Goose (80.135.124.163) on Dienstag, den 21. Januar, 2003 - 06:19:

Der Schilderung nach tippe ich auch auf einen Zufallstreffer der Kollegen (wobei auch dieser problemlos vor Gericht durchgehen kann, besonders, wenn es wirklich so war, daß die Jungs schon Grün hatten als du in die Kreuzung einfuhrst.

Gruß
Goose

By Dumbojeter (53.122.34.116) on Dienstag, den 21. Januar, 2003 - 06:28:

Ja, es handelte sich um keine gezielte Überwachung.
Uns soweit ich weiss hatten die Beamten um 6:00 Uhr Schichtende. Meiner Meinung nach halte ich es für sehr unwahrscheinlich, dass beide Beamten sowohl 'ihre Ampel' als auch mich und die Uhr im Auge hatten. Wie gesagt die beiden hatten wohl Wochenenddienst und es war dunkel kurz vor 6:00 Uhr. Ich kann ja nicht makl selber sagen wie lange die Ampel bereits rot anzeigte.

Ab wann kann mann von einer Gefährdung sprechen ???
Das Polizeiauto fuhr auch erst los als ich die Kreuzung überquert hatte - alo meiner Meinung nach lag zu keinem Zeitpunkt eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer vor.
Ich sehe ebenfalls das Vergehen eines "einfachen" Rotlichtverstoßes.

Mach es Sinn bei Vorwurf mit Gefährdung einen Anwalt hinzu zu ziehen, da ich keinenfalls auf meinen Führerschein verziechten will (fahre täglich einfach über 1h mit dem Auto zur Arbeit - öffentliche würde es doppelt solange dauern)

Vielen Dank für Euer Feedback

Dumbojeter

By Goose (80.135.124.163) on Dienstag, den 21. Januar, 2003 - 09:18:

dass beide Beamten sowohl 'ihre Ampel' als auch mich und die Uhr im Auge hatten.
Ich kenne die Kreuzung nicht. Wenn ich aber an einer LZA stehe, diese zeigt für mich Grünlicht an und dann kommt noch jemand von der Seite, so ist davon auszugehen, daß dieser Rot hatte.
In solchen Fällen schreibe ich idR einen "einfachen" Rotlichtverstoß (50 Euro, 3 Pkt., kein Fahrverbot). Für den qualifizierten Rotlichtverstoß ist aber auch nicht immer eine exakte Zeitangabe notwendig. So reicht es z.B. aus, langsam "einundzwanzig, zweiundzwanzig, dreiundzwanzig" zu zählen (das können auch Polizisten...), um festzustellen, daß es definitiv über einer Sekunde war. Auch die Aussage, daß z.B. die Fußgängerampel deiner Fahrspur bereits Grünlicht zeigte, reicht idR. für einen qualifizierten Versoß (125 Euro, 4 Pkt, 1 Monat FV).
Für einen Rotlichtverstoß mit Gefährdung muß eine konkrete Gefährdung vorgelegen haben, d.h., ein Unfall wurde nur durch die Reaktion des anderen verhindert (z.B. durch Ausweichen, starkes Bremsen), eine abstrakte Gefährdung reicht nicht, hierzu ist ja bereits der qualifizierte Verstoß strafverschärfend bemessen. (Aber selbst bei einem qualifizierten Rotlichtverstoß mit Unfall gibt es nur einen Monat FV)

Ein Fahrverbot von 4 Monaten gibt es nicht.
Gemäß § 25 StVG darf ein Fahrverbot nur über die Dauer von einem bis maximal drei Monaten verhängt werden.
Darüber hinaus gibt es nur den Entzug der Fahrerlaubnis (wenn sich der Inhaber als ungeeignet erweist. Die Fahrerlaubnis erlischt dann, eine neue darf nach frühestens 6 Monaten erteilt werden.)

Als Beweis wird auch die Aussage der Beamten gewertet, diese kann der Richter entsprechend würdigen. Eines Sachbeweises bedarf es nicht.

Gruß
Goose

By dagegen (134.147.40.93) on Dienstag, den 21. Januar, 2003 - 11:20:

Warte erstmal auf Post, was dir konkret vorgeworfen wird. Dann melde dich nochmal hier. Vorher brauchst du auch nicht zum Anwalt rennen.

By Dumbojeter (53.122.34.116) on Dienstag, den 21. Januar, 2003 - 15:47:

Dessen bin ich mir bewusst.
Um nochmals auf mein Anliegen zu kommen -
Warum haben mich die Beamten auf Revier bestellt und was ist ihre Absicht (eine Vernehmung, möchten Sie sich über Ihre Möglichkeiten informieren, ein "Geständnis" .... )????
Ist es sinnvoll die Aussage zu verweigern, oder soll ich den Vorwurf eines einfachen Rotlichtverstoßes bestätigen und somit die berechtigte Strafe akzeptieren ?

Danke

Dumbojeter

By Bluey (217.82.89.168) on Dienstag, den 21. Januar, 2003 - 16:03:

So reicht es z.B. aus, langsam "einundzwanzig, zweiundzwanzig, dreiundzwanzig" zu zählen
Nein. Das reicht grundsätzlich leider nicht aus bzw. ist wohl stark vom jeweiligen Richter abhängig.

Voraussetzung ist aber eine exakte Messung der Rotlichtdauer von 1 sec (Ce NZV 94, 40; KG NZV 95, 240: Ablesen der Armbanduhr genügt nicht) und die Feststellung der Art und Zuverlässigkeit der Überwachungsmethode und der Zeitmeßeinrichtung insbes. im Grenzbereich von 1 sec (Ol DAR 96, 368); bloße Schätzung genügt grundsätzlich nicht (Dü DAR 95, 167; ...; anders aber uU nach Ha NStZ-RR 96, 216 und DAR 97, 77 bei gezielter Rotlichtüberwachung oder durch erfahrenen Pol-Beamten: Dü BA 96, 37), auch nicht bloßes Zählen bei nur zufällig beobachtetem Rotlichverstoß....

By Goose (80.135.107.224) on Dienstag, den 21. Januar, 2003 - 16:28:

Im Grenzbereich genügt es nicht. Wenn ich also sage, daß es meiner Meinung nach eine Sekunde rot war, reicht es keines Falls. Auch nicht, wenn ich angebe, daß sich der Sek-Zeiger ein Mal bewegt hat. Bei meinem Beispiel "21,22,23" handelt es sich aber um deutlich mehr als eine Sekunde.
In Ermangelung einer Stopuhr (mein Dienstherr muß doch sparen) hat einem AG-Richter in mehreren von mir vorgelegten OWi-Anzeigen das Zählen ausgereicht.
(Ich hatte diesbezüglich auch mal was schriftliches, ich will mal sehen, ob ich es noch finden kann)

Gruß
Goose

By Dumbojeter (53.122.34.116) on Dienstag, den 21. Januar, 2003 - 16:53:

Wie kann ich herausfinden, wie die Beamten den Rotlichtverstoß festgestellt haben ?
Sind die Angaben dem Protokoll zu entnehmen ?
Kann ich Akteneinsicht verlangen ?
Ist die Arte der Feststelung des Vertoßes aus dem Anhörungsbogen zu entnehmen.

Ist es realistisch das zwei Beamte kurz vor dem Nachtschichtende plötzlich mitzählen als Sie mich auf einer zweispurigen Straße von ihnen aus rechts nähere ???

By Goose (80.135.118.59) on Mittwoch, den 22. Januar, 2003 - 17:25:

Zunächst ist es schlecht, zu einem thema in zwei Threads zu schreiben.

Wie kann ich herausfinden, wie die Beamten den Rotlichtverstoß festgestellt haben ?
Sie haben ihn beobachtet. Das reicht.

Sind die Angaben dem Protokoll zu entnehmen ?
Zunächst wird eine OWi-Anzeige gefertigt. Dort werden vorgefertigte Texte eingefügt (Sie mißachteten das Rotlicht an oben angegebener Stelle...)

Kann ich Akteneinsicht verlangen ?
Du kannst darum bitten (es steht aber nicht viel drin)

Ist die Arte der Feststelung des Vertoßes aus dem Anhörungsbogen zu entnehmen.
nein

Nun aus dem anderen Thread:

Die Aussage der Beamten eines Vertstoßes mit Gefährdung und ein Führerscheinentzug usw. war eine haltlose Drohung, da ich die Kreuzung deutlich passiert hatte und die Beamten mkich auch erst einige 100m später anhielten.
Dann lege Wiederspruch ein und warte auf die Gerichtsverhandlung.
Daß sie dich erst einige 100m später anhielten, bedeutet ja nicht so viel. Evtl. mußten sie bremsen und dann wieder auf dich aufschließen (und der Vorsprung vergrößert sich ja zunächst)

Als das geschah hatten die Beamten nach meines wissen nach fast ihre Wochenendnachtschicht beendet und waren auf dem Weg zum Revier.
Ja und...?

Ich denke aber gerade in einem solchen Beruf ist es äusserst notwendig sachlich und gerecht zu sein, und nicht mit Drohungen Personen mit weniger Wisse, bezüglich dem Verkehrsrecht zu verunsichern, wie in meinem Fall.
Da gebe ich dir Recht, aber in wie weit haben sie denn gedroht? Sie haben dir die Konsequenzen der OWi-Anzeige genannt (dieses jedoch anscheinend bezüglich des FV falsch)

Erhalten Polizisten Schulungen zur Konfliktlösung bzw Kommunikationsseminare oder erlernen die einfachsten regeln der zwischenmenschlichen Kommunikation ????
Daß die meisten von uns diese beherrschen, siehst du doch wohl auch daran, daß wir hier durchaus sachlich miteinander reden, oder ? ;-)
(Vor diesen Wolldeckenseminaren drücke ich mich, wo es nur geht, bisher mit Erfolg und ich komme auch so zurecht)

Gruß
Goose

By Dumbojeter (53.122.34.116) on Donnerstag, den 23. Januar, 2003 - 06:51:

Hallo,

ich habe die beiden Threads aus folgenden Grund erstellt:
1.) Der Beitrag in der Rubrik Rotlicht erwartete ich Angaben zur Strafe, zum Verhalten meinerseits auf dem Revier, .... eben Tipps zum Verstoß.
2.) Da aber zu Beginn wenig Tipps zum Verhalten bei dem anstehenden 'Verhör' gab habe ich bewusst einen zweiten Thread eröffnet, der seine Fokussierung auf das Gespräch mit den Beamten hat.

Die beiden Themen, denke ich, lassen sich sehr gut differenzieren.
Um bei Interesse dem Beitragsschreiber mehr Infos geben zu können habe ich im zweiten Thread explizit auf den ersten verwiesen.
Dies hatte also zumindest meiner Meinung nach einen berechtigten Grund.


Ich bin ebenfalls der Meinung, dass die hier entstandenen Diskussionsbeiträge sehr sachlich und hilfreich sind - dafür nochmals meinen Dank !!!
Ich denke das aber die Forumsbeiträge und das Verhalten der Beamten im Dienst zwei unterschiedlich Dinge sind. Ich hatte das Gefühl, dass die beiden Beamten welche mich stoppten den Verstoß als persönlich Beleidigung auffassten.

Wahrscheinlich denken die beiden Beamten auch, dass sie 'so zurecht' kommen und eine solches Seminar nicht nötig haben. Ich finde es immer wieder erstaunlich welche Selbstüberzeugung viele Menschen trotz Kritik besitzen und diese auch Lautstark äußern - Ähnlich wie wenn Autofahrer sich bezüglich ihres Fahrkönnens Selbsteinschätzen müssen.

Aber wie Du schon sagtest Goose - glücklicherweise sind die meisten Beamten OK und auch ich habe bisher überwiegend positive Erfahrungen mit Beamten gemacht - trotz Fehlern meinerseits.

By TC (80.131.225.52) on Sonntag, den 26. Januar, 2003 - 10:02:

Wenn er über die rote Ampel gefahren ist hat er ein Verfahren verdient, er muss seinen Fehler einsehen und fertig!

By rennfahrer (80.140.29.115) on Sonntag, den 26. Januar, 2003 - 10:44:

Wenn er über die rote Ampel gefahren ist hat er ein Verfahren verdient, er muss seinen Fehler einsehen und fertig!

Der böhhhhse Bube!

By andi (80.128.36.75) on Sonntag, den 26. Januar, 2003 - 11:18:

Ich denke er sieht seinen Fehler schon ein, aber er will halt nicht dafür bezahlen!

By NetGhost (141.76.1.122) on Sonntag, den 26. Januar, 2003 - 11:32:

Wenn er über die rote Ampel gefahren ist hat er ein Verfahren verdient, er muss seinen Fehler einsehen und fertig!

*gähn*

Stammtischparolen-Alarm!

By Dumbojeter (53.122.34.116) on Montag, den 27. Januar, 2003 - 07:38:

Meine Strafe 50€ und drei Punkte, obwohl ich die Ampel überquert hatte als sie bereits deutlich länger als 1 Sekunde rot war.
Es ist dank unsere Gesetze notwendig den Verstoß bei ueber einer Sekunde Rotlicht nicht nur zufaellig zu beobachten oder anhand eines gruenen Ampelsignals abzuleiten.

@TC
Tolle Einstellung - wozu Beweise, es lebe die Selbstjustiz und eigentlich gehören sowieso alle ins Gefängnis !!!!!!

By Goose (80.135.118.100) on Montag, den 27. Januar, 2003 - 15:06:

@Bluey: Ich habe nochmal meine Urteilssammlung gewälzt:
Das Zählen "21,22,23" reicht gem. Az.2 Ss OWi 248/96 des OLG Hamm bei einer gezielten Rotlichtüberwachung aus.

Beim zufälligen Beobachten des Verstoßes reichte gem. Az.2 Ss OWi 786/96 des OLG Hamm das Zählen "21,22" nicht aus.

Gruß
Goose

By Bluey (217.82.81.63) on Montag, den 27. Januar, 2003 - 16:24:

@Goose
Okay. Danke Dir.

Gruß
Bluey


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