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Geschwindigkeitsverstoß mit 0815 Blitzer: OWI endet jetzt doch


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https://www.hessenschau.de/panorama/autofahrer-rast-mit-244-kmh-durch-a3-baustelle,raser-autobahn-a3-100.html

 

Neues aus Blödland: Ein Verstoß von +164 soll als Straftat gewertet werden, obwohl überhaupt kein Fahrverhalten gewertet werden konnte.

Zitat

Diese Entscheidung hänge nicht allein an der Höhe der Geschwindigkeitsüberschreitung, sondern auch am Zeitpunkt: Der Samstagvormittag sei keine verkehrsarme Zeit, bei einer solch schnellen Fahrt sei von einer "grob verkehrswidrigen und absolut rücksichtlosen Fahrweise auszugehen".

Seit wann kann der PSS Hänger die Verkehrssituation ermitteln und analysieren? Ich kann nachts um 3 auf einen Pulk hinter einem Schwertransporter auffahren während um 10 Vormittags grade zufällig freie Bahn ist.

 

Klingt für mich rechtlich alles noch bescheuerter als diese diversen Mordurteile der vergangenen Jahre.

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Der Verstoß paßt aber zum § 315 d. 244 km/h bei erlaubten 80 km/h in einer Baustelle liegen auch jenseits dessen, was man noch als Ordnungswidrigkeit durchgehen lassen könnte. Wer es derart heftig übertreibt, muß auch mit den Konsequenzen leben.

244 km/h bei erlaubten 80 km/h in einem Gefahrenbereich ist ganz sicher eine "nicht angepaßte Geschwindigkeit" und kann IMHO auch als "grob verkehrswidrig und rücksichtslos" ausgelegt werden. Zudem wurde hier wohl tatsächlich versucht, eine "höchstmögliche Geschwindigkeit zu erreichen".

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Es war ja eine Einfahrt zu ner Baustelle. Da können auch Menschen am arbeiten sein, zu jeder Tages und Nachtzeit. Das weiss ein Fahrer ja nicht.

Auf einer Baustellenstrecke kann alles mögliche und unmögliche plötzlich auf der Fahrbahn sein, was eine sofortigen Reaktion fordert. Mit 240 ist das doch alles etwas unsicherer, auch am Samstagvormittag. und am Nachmittag vermutlich auch.

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vor 58 Minuten schrieb Heintz:

Das könnte man dann wohl jeder Fahrt im Flatrate Bereich unterstellen. Wo genau lag denn dann hier die Grenze, wären 180 noch eine OWI gewesen? Wer definiert den Unterschied woran?

Du hast vollkommen Recht! Das sollte man immer tun. Ab Flatrate „Rennen“ zu prüfen ist sicher sinnvoll.

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@hawethiezuerst habe ich, für mich, definiert ab „Flatrate“ Rennen möglich bzw. wahrscheinlich. Was ein Gericht entscheidet ist eine ganz andere Frage. 
Nur, ausschließlich die Gerichtsentscheidung ist von Belang. Weder meine Meinung, die Meinung der Polizei oder des Staatsanwalts ist entscheidend.

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vor 19 Stunden schrieb Bluey:

Der Verstoß paßt aber zum § 315 d. 244 km/h bei erlaubten 80 km/h

@bluey: Der Verstoß passt eben nicht zu § 315d. Es gibt natürlich von gewissen Gruppen die Bestrebungen, bei einer reinen Geschwindigkeitsüberschreitung einem etwas mit dem unsäglichen § 315d per Unterstellungen "anzudichten":vogelzeig:. Es war absehbar, daß bei für Normalbürger vermeintliche hohe Geschwindigkeitsüberschreitungen (@hawethie springt klassisch exakt darauf an) nun der zügige VT durch die Hintertür kriminalisiert werden soll. Die Methode kennen wir schon mit der Entwicklung der Vorsatzunterstellung. Die Behörden testen an den Gerichten aus, was geht, um ein "gefestigte" Rechtsprechung zur Abzocke bzw. nun zur Kriminalisierung zu erhalten.

Dein "wohl" ist auch die klassische Vermutung. Mit hochmotorisierten Fahrzeugen kann man in dem Bereich mit Teillast segeln, gerade mit mehreren Overdrive-Gängen oder auch den größten Dieselmotoren in der Oberklasse fährt man 250 km/h nur "etwas" über den Standgasdrehzahlbereich.

:nolimit:

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vor 18 Stunden schrieb zorro69:

Es war ja eine Einfahrt zu ner Baustelle. Da können auch Menschen am arbeiten sein, zu jeder Tages und Nachtzeit. Das weiss ein Fahrer ja nicht.

@zorro69: Der Fahrer hat aber Augen. Der Baustellenarbieter auch. Dieser wird nicht einfach unvermittelt auf die Fahrbahn treten.

Die Meßstelle wurde von sachsen-blitzer.de dokumentiert:

https://www.blitzer-sachsen.de/andere-bundesländer/hessen/

Aktuell ist der Anhänger wieder aktiv:

https://blitzer.de/karte#id:292305514

Logisch. Sehr lukrativ. A3 als Magistrale. Meßstelle gerade, weit vor der  Verschwenkung, keine Spurverengung. Die Baustelle selbst (Brückenerneuerung über die Gleise) ist noch "weit" weg, google maps hat aktuelle Bilder. Hier sieht man auch, daß die Polizei ein merkwürdiges Verständnis über Kurven hat. Dreispurig wird in riesigen Bögen um die fehlende Brücke "verschwenkt". Das fährt man mit minimalsten Lenkwinkeln durch. Der Polizei Wiesbaden ist einfach der Gaul durchgegangen.

:nolimit:

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Hier noch die Originalpressemitteilung  vom übereifrigen Pressemitteilungsschreiber "ho" ( https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/43562/4779245 ): 
 

Zitat

 

01.12.2020 – 14:50
Wiesbaden - Polizeipräsidium Westhessen

POL-WI: Pressemitteilung der Wiesbadener Autobahnpolizei: Raser in Autobahnbaustelle mit einer unglaublichen Geschwindigkeit gemessen

Wiesbaden (ots)

Bundesautobahn 3, zwischen Raunheim und dem Wiesbadener Kreuz 21.11.2020, um 10.19 Uhr

(ho)Die Beamten der Wiesbadener Autobahnpolizei trauten ihren Augen nicht, als sie nach dem 21.11.2020 die Bilder einer Geschwindigkeitsmessanlage auf der A 3 auswerteten. Sie stellten fest, dass ein Autofahrer in Fahrtrichtung Köln mit einer unglaublichen Geschwindigkeit in einer Baustelle unterwegs war. Diese befindet sich auf der A 3 zwischen der Anschlussstelle Raunheim und dem Wiesbadener Kreuz. Die Messanlage überwacht dort die angeordnete Geschwindigkeitsbeschränkung von 80 Stundenkilometern. Kurz nach der Messstelle wird die Fahrbahn aufgrund von Brückenbauarbeiten stark kurvig, was eine erhebliche Gefahr darstellt, falls Fahrzeuge in diesem Bereich zu schnell unterwegs sind.

Der gemessene Autofahrer missachtete am Tattag sämtliche Verkehrszeichen und wurde um 10:19 Uhr auf dem linken von drei Fahrstreifen mit einer geeichten Geschwindigkeit von 244 Stundenkilometern in seinem Mercedes AMG gemessen. Somit muss der Mann die Messstelle mit Vollgas und am absoluten Limit durchfahren haben.

Da am Samstagvormittag sicher nicht von einer verkehrsarmen Zeit gesprochen werden kann, ist bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung in dieser Höhe, in einer Autobahnbaustelle, von einer grob verkehrswidrig und absolut rücksichtlosen Fahrweise auszugehen. Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Frankfurt wird der Fall als unerlaubtes Kraftfahrzeugrennen eingestuft (Einzelraser). Der Fahrer wird sich somit wegen einer Straftat und nicht etwa wegen einer Ordnungswidrigkeit zu verantworten haben. Die Ermittlungen in diesem Fall dauern noch an.

 

Hier sieht man wieder mal schön, mit welchen "Tricks" die Polizei arbeitet und die Öffentlichkeit "manipuliert".

:nolimit:

 

 

 

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Zitat

Nur, ausschließlich die Gerichtsentscheidung ist von Belang. Weder meine Meinung, die Meinung der Polizei oder des Staatsanwalts ist entscheidend.

Na das muss ja eine geballte Kompetenz sein, wenn man aus den PSS Daten hier eine bombensichere Entscheidung fällen kann. Da kann jeder Gutachter einpacken.

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vor 11 Stunden schrieb rth:

@hawethiezuerst habe ich, für mich, definiert ab „Flatrate“ Rennen möglich bzw. wahrscheinlich. Was ein Gericht entscheidet ist eine ganz andere Frage. 
Nur, ausschließlich die Gerichtsentscheidung ist von Belang. Weder meine Meinung, die Meinung der Polizei oder des Staatsanwalts ist entscheidend.

nichts anderes hab ich gesagt.
Aber: wo kein Kläger, da kein Richter. Also muss jemand (hier StA) der Meinung sein, es liegt eine Straftat vor.

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vor 4 Stunden schrieb m3_:

Die Meßstelle wurde von sachsen-blitzer.de dokumentiert:

https://www.blitzer-sachsen.de/andere-bundesländer/hessen/

Danke!
Die Bilder entstanden im übrigen an einem Samstag um 11:29 Uhr. Also ungefähr die Tatzeit, nicht unbedingt wenig Verkehr.

 

____

www.blitzer-sachsen.de

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vor 2 Minuten schrieb hawethie:

nichts anderes hab ich gesagt.
Aber: wo kein Kläger, da kein Richter. Also muss jemand (hier StA) der Meinung sein, es liegt eine Straftat vor.

Genau, wo kein Kläger da kein Richter. 
Ich denke der Staatsanwalt hat bei der Überschreitung zu Recht den Verdacht auf ein Rennen. 

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Am 4.12.2020 um 07:01 schrieb m3_:

@bluey: Der Verstoß passt eben nicht zu § 315d. Es gibt natürlich von gewissen Gruppen die Bestrebungen, bei einer reinen Geschwindigkeitsüberschreitung einem etwas mit dem unsäglichen § 315d per Unterstellungen "anzudichten":vogelzeig:. Es war absehbar, daß bei für Normalbürger vermeintliche hohe Geschwindigkeitsüberschreitungen (@hawethie springt klassisch exakt darauf an) nun der zügige VT durch die Hintertür kriminalisiert werden soll. Die Methode kennen wir schon mit der Entwicklung der Vorsatzunterstellung. Die Behörden testen an den Gerichten aus, was geht, um ein "gefestigte" Rechtsprechung zur Abzocke bzw. nun zur Kriminalisierung zu erhalten.

Dein "wohl" ist auch die klassische Vermutung. Mit hochmotorisierten Fahrzeugen kann man in dem Bereich mit Teillast segeln, gerade mit mehreren Overdrive-Gängen oder auch den größten Dieselmotoren in der Oberklasse fährt man 250 km/h nur "etwas" über den Standgasdrehzahlbereich.

:nolimit:

Es wird gar nichts angedichtet. Es geht hier nicht darum, jemandem nur die 244 km/h vorzuwerfen, sondern diese Geschwindigkeit i.V.m. dem angeordneten Limit ( :80: ), den Rahmenbedingungen (Baustelle) etc. zu sehen. 244 km/h in einem Baustellenbereich sind überhaupt nicht zu begründen. Das ist nicht nur für "Normalbürger" eine hohe Geschwindigkeitsüberschreitung, sie ist es für alle. Da gibt's nichts drüber zu diskutieren. Das hat auch nichts mit "zügig [fahren]" zu tun. Das ist (an dieser Örtlichkeit) fürwahr rasen.

Ich bin auch schon hochmotorisierte Fahrzeuge gefahren. Ok, keine mit über 500 PS, aber die dürften ohnehin kaum zu finden sein. Genauso wie entsprechend motorisierte Diesel, die bei Tempo 250 drehzahlmäßig mal eben nur über Standgasdrehzahl liegen.

Dein extremer Hand zur Bagatellisierung schwerer Verkehrsverstöße ist hinlänglich bekannt.

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Am 4.12.2020 um 07:16 schrieb m3_:

@zorro69: Der Fahrer hat aber Augen. Der Baustellenarbieter auch. Dieser wird nicht einfach unvermittelt auf die Fahrbahn treten.

Ja, die Menschen haben Augen. Die Fahrer, die Bauarbeiter, die Zugführer, die Gleisarbeiter etc. sicher auch. Tja, und trotzdem kommt es immer mal wieder vor, daß Gleisarbeiter von einem Zug erfaßt werden. Komisch, oder?! Wo doch alle Augen haben.

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Am 4.12.2020 um 07:16 schrieb m3_:

 Der Fahrer hat aber Augen. Der Baustellenarbieter auch.

Ja - und die werden ganz groß - riesengroß.

Bei 240 legt dein grossäugiger Fahrer ca. 66 Meter pro Sekunde zurück (nur zur Erinnerung - die Leitpfosten an Autobahnen sind alle 50 Meter aufgestellt)

Der Bremsweg/Anhalteweg bei 240 beträgt etwa 300-400 Meter (je nach Berechnung und Verzögerung).

Bei großzügigen "nur" 250 Meter kannst du dir (vielleicht) ausrechnen, wie viele Sekunden der großäugige Fahrer in die Zukunft gucken können muss.

Wenn also der suizidale oder dumme Bauarbeiter in 200 Metern auf die Fahrbahn tritt (unverhersehbare Situation ist beliebig austauschbar) weisst du was passiert:

Da macht der Raserfahrer nur noch dicke Backen aber keine großen Augen.

Im übrigen wird weit vor Baustellen mit dem Gefahrzeichen VZ 123 auf die Baustelle hingewiesen.

Im § 40 StVO heisst es zu Gefahrzeichen:

"Gefahrzeichen mahnen zu erhöhter Aufmerksamkeit, insbesondere zur Verringerung der Geschwindigkeit..."

 

Gruß

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