Zum Inhalt wechseln


Foto

Ladungssicherung

Ladungssicherung Anhänger Pkw Lkw Gurte Baumarkt Kiesgrube Transport Ladung Antirutschmatten

  • Dieses Thema ist geschlossen Dieses Thema ist geschlossen
Keine Antworten in diesem Thema

#1 Gast225

Gast225

    Mitglied

  • Mods
  • PIPPIPPIPPIPPIPPIPPIPPIPPIPPIPPIPPIP
  • 24.332 Beiträge
  • Location:Stadt in der der Stollen erfunden wurde

Geschrieben 18 Oktober 2012 - 15:47

Ladungssicherung für Jedermann (Auswahl)


erstellt von VPKurier (Ausbilder für Ladungssicherung)


Diese kleine Aufstellung soll dem Laien, welcher nur gelegentlich Waren transportiert, sei es die Möbel aus dem skandinavischen Möbelhaus mit dem Miettransporter oder die Steine aus dem Baumarkt mit dem Pkw-Anhänger, einen kleinen Überblick über die wichtigsten Punkte der Ladungssicherung geben und dabei aufzeigen, das sinnvolle Ladungssicherung nicht teuer sein muss.
Billiger als ein zu erwartendes Bußgeld oder aber Schäden bei einem Unfall durch nicht ordnungsgemäß gesicherte Ladung ist sie allemal.


Woraus ergibt sich die Pflicht der Ladungssicherung für Jedermann?

Die gesetzliche Pflicht der Ladungssicherung für Jedermann ergibt sich aus § 22 Absatz 1 StVO:

Die Ladung einschließlich Geräte zur Ladungssicherung sowie Ladeeinrichtungen sind so zu verstauen und zu sichern, dass sie selbst bei Vollbremsung oder plötzlicher Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen, hin- und herrollen, herabfallen oder vermeidbaren Lärm erzeugen können. Dabei sind die anerkannten Regeln der Technik zu beachten.

Quelle

Beispiele für Bußgelder (Fahrer):

Bußgeldandrohung Kraftfahrzeuge:
- Ladung / Ladeeinrichtung nicht verkehrssicher verstaut oder nicht besonders gegen Herabfallen gesichert (35 € Verwarnungsgeld)
- bei Gefährdung anderer (50 € Bußgeld – 3 Punkte)
- Sie führten das Fahrzeug, obwohl die Ladung nicht vorschriftsmäßig war, wodurch die Verkehrssicherheit wesentlich litt. (80 € - 3 Punkte)


Was ist beim Kauf von Gurten zu beachten?

Was steht auf dem Etikett?
- Der Hersteller / Inverkehrbringer
- die Norm: DIN EN 12195-2
- Zugkraft für das Umspannen (LC) in dekaNewton (daN)
- Zugkraft gerader Zug (LC) in daN
- Vorspannkraft (STF) in daN
- Handkraft (SHF) in daN
- Rückverfolgungscode
- der Warnhinweis: Nicht heben nur Zurren
- Herstellungsjahr
- Dehnung

Angaben in kg oder lbs sind unzulässig

Achtung! Es darf kein CE- Zeichen aufgedruckt sein, CE-Zeichen sind für Zurrmittel nicht zulässig!

Vorsicht bei Schnäppchen vom Flohmarkt oder aus unbekannten Quellen!
Diese Gurte sind oft mit falschen Angaben auf dem Etikett versehen und halten den angegebenen Kräften nicht stand. Gurte mit GS -Prüfzeichen sind zu bevorzugen.

Wie sichere ich meine Ladung richtig?
Richtige Ladungssicherung ist entgegen landläufiger Meinungen nicht aufwändig, wenn man einige grundsätzliche Ratschläge beachtet.

Die Ladefläche muss besenrein sein.
Eine wirksame Ladungssicherung ist nur auf einer sauberen Ladefläche möglich, die Ladefläche ist ggf. vor dem Beladen sauber abzukehren.

Möglichst hohe Reibbeiwerte anstreben!
Der Reibbeiwert bei üblicherweise vorkommenden Materialpaarungen liegt bei 0,2-maximal 0,5μ (sprich: mü).
Werte von 0,6μ erreicht man durch den Einsatz rutschhemmender Materialien (RH-Matten).
Dabei sollen die Matten so eingesetzt werden, dass die Ladung an keiner Stelle auf der Ladefläche aufliegt. Werden mehrere Pakete übereinander geladen, beispielsweise Möbelteile, rutschhemmende Materialien zwischenlegen!

Keine Ladelücken, Ladeeinheiten herstellen!
Ladung sollte so verstaut werden, dass keine Ladelücken entstehen (Formschluss). Bei hohen, kipp-gefährdeten Gütern sind Ladeeinheiten zu bilden, möglich ist dies durch stretchen, schrumpfen oder gurten. Ladelücken sind auszufüllen! (z.B. mit Paletten)

Richtig zurren!
Ratschen wechselseitig einsetzen,da am Losende ein Spannungsverlust erfolgt. Kantenschutzwinkel verwenden! Nicht über elastische Bordwände niederzurren! Zurrhaken nicht an der Spitze belasten- immer im Hakengrund belasten! Bei freistehenden Ladungen gilt grundsätzlich: Ein Gurt ist kein Gurt! Immer mindestens 2 Gurte verwenden.

Richtige Zurrmaterialien1
Für den „Hausgebrauch“ kommen i.d.R. nur zwei Arten von Zurrmaterialien zum tragen.
- Zurrgurte
- Zurrnetze

Deshalb lassen wir an dieser Stelle die Zurrdrahtseile und Zurrketten außen vor.

Zurrgurte setzen sich nach DIN EN 12195- Teil 2 aus folgenden Elementen zusammen:
- Spannmittel = Gurtband
- Spannelement =Klemmschloss / Ratsche
- Verbindungselement = Zurrhaken / Endglied

Gurte dürfen keine Beschädigungen aufweisen, Etiketten müssen vorhanden und lesbar sein!
Haken dürfen keine Verformungen aufweisen, Spannelemente dürfen nicht deformiert sein und sollen keine starke Korrosion, Brüche oder Risse aufweisen. Beschädigte Gurte sind ablegereif und auszusondern. Reparaturen und Veränderungen an Gurten sind nicht statthaft bzw. sind dem Hersteller vorbehalten!
Knoten ist verboten!

Zur Ladungssicherung im PKW Kombi, Kleintransporter oder PKW Anhänger bieten sich Ladungssicherungsnetze aus Gurtband als vielseitige Problemlösung an.
Diese sind bei vielen Herstellern in verschiedenen Größen und Preiskategorien erhältlich, auch hier gilt das oben schon zu Gurten gesagte.

Ladung richtig verteilen!
Bei der Ladungsverteilung sind zu beachten:
- die Zuladung des Fahrzeuges / Anhängers
- die zulässigen Achslasten
- und beim Anhänger die Stützlasten min./ max.

Schweres gehört nach unten, Leichtes obenauf hier sei noch einmal daran erinnert: möglichst formschlüssig laden, Ladelücken ausfüllen, Ladeeinheiten herstellen.

Zurrpunktfestigkeiten beachten!

Zurrpunktfestigkeiten nach DIN 75410:
- Pkw, Pkw-Kombi und Mehrzweckkombi - 350 daN
- Pritschenfahrzeuge bis 3,5t zGM - 400 daN
- Kastenfahrzeuge bis 2,0t zGM - 400 daN
- Kastenfahrzeuge >2,1t bis 5,0t zGM - 500 daN

Bei der Ladungssicherung ist also neben der Zugkraft der Gurte auch die Festigkeit des Zurrpunktes zu beachten.

Beispiel für eine Direktzurrung:

Die Gurte haben eine Zugkraft von 2500 daN im geraden Zug, die Zurrpunkte aber nur 500 daN, dann lassen diese bei der Berechnung der Sicherungskraft nur 500 daN pro Sicherung zu, das heißt der kleinere Wert ist immer maßgeblich für eine richtige Berechnung der Ladungssicherung.


Diese Aufstellung wurde nach bestem Wissen und Gewissen erstellt und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Umfangreicheres Wissen kann man sich auf einem Ladungssicherungsseminar, welche u.a. auch von mir angeboten werden aneignen.
Diese Schulung ist für alle Personen, welche in irgendeiner Weise beruflich mit Transporten zu tun haben unerlässlich.
Des weiteren findet man im Netz eine Vielzahl von Seiten welche sich ausschließlich dem Thema widmen.

(Literaturnachweis: Holger Lemmer, „Ladungssicherung Richtig Wichtig“, Verkehrsverlag -Fischer, Düsseldorf)


Interessante Seiten mit weitergehenden Informationen sowie Bilder wie man Ladungen nicht sichern sollte bzw. wie man diese sichern sollte.

Ladungssicherung auf der Straße (www.lasi.biz)
Königsberger Ladungssicherungskreis e. V. (www.klsk.info/)
Bilderthread aus dem Verkehrsportal (www.verkehrsportal.de)

Sicher transportieren (www.sicher-transportieren.at/)

Bearbeitet von Gast225, 22 Oktober 2012 - 15:09.
Link hinzugefügt

"Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren" (Benjamin Franklin)
---------------------------------------------------
>>> Hinweis <<< Anfragen per persönlicher Nachricht können nicht beantwortet werden. Auch geht die Beantwortung per Forum idR wesentlich schneller.
--------------------
Meine Homepage http://Radarfoto.Stadt-Naumburg.de





Auch mit einem oder mehreren der folgenden Tags versehen: Ladungssicherung, Anhänger, Pkw, Lkw, Gurte, Baumarkt, Kiesgrube, Transport, Ladung, Antirutschmatten